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Was Sie schon immer über Buddhafiguren und ihre Bedeutung wissen wollten

Same same but different: Auf den ersten Blick scheinen viele Buddhafiguren identisch oder sehr ähnlich zu sein. Ein zweiter Blick lohnt sich: Es gibt spannende Details zu entdecken. Die ganze Bedeutung einer Buddhafigur zeigt sich in der Handgeste (Mudra), der Körperhaltung (sitzend, liegend, stehend) und ihren Attributen. Und natürlich variieren die klassischen Darstellungen von Buddhas von Land zu Land. Unsere Asiastyle-Steinmetze haben sich von indischen, thailändischen, chinesischen und japanischen Formen inspirieren lassen.

Wir verraten Ihnen, wie Sie mit ein wenig Faktenwissen Ihre (Garten-)Freunde überraschen und begeistern können.

10 Elemente, die eine typische Buddhaskulptur besitzt

Es soll ca. im 1. Jh. n. Chr. gewesen sein, als Buddha zum ersten Mal in Stein gemeißelt wurde, an zwei Orten gleichzeitig: im heutigen Afghanistan/Pakistan und 140 km südöstlich von Delhi im indischen Mathura.

Während Buddha in Wandreliefs immer sehr unterschiedlich dargestellt ist, sind bei Buddha-Skulpturen gewisse Elemente (fast) immer fixer Bestandteil. Oft verrät uns der Stil, aus welcher Region oder welchem Land die Figuren ursprünglich stammt.

  1. Scheitelspitze

Er sticht kaum ins Auge: der feine Unterschied, wie die Spitze des Kopfes gekrönt wird. Ursprünglich gab es diese nicht. Heute finden sich in der indischen Darstellung eine Art Knauf, eine Spitze. Ist sie zwiebelförmig, dann kommt die Figur aus Tibet oder Burma. In Südostasien ist das Strahlenbündel typisch, eine hochzüngelnde Flamme oder eine lange Spitze findet sich in Laos.

  1. Haarknoten – heute nennen wir es Dutt

Der Scheitelwulst ist das wesentliche Kennzeichen einer erleuchteten Person. Die Steinmetze wissen auch, dass sie nur diese mit Schädelerhebung darstellen dürfen.

  1. Glatze bzw. rechtsgedrehte Locken

Mönche haben bekanntlich eine Glatze. Diese ist Vorschrift. Nur in der Kunst darf Buddha mit Haar in Form von kleinen Locken dargestellt werden. Eigentlich für indisch sonst untypisch, sind die Locken das Schönheitsmerkmal einer großen Persönlichkeit.

  1. Stirnmal

Weil es kein Zeichen der Weisheit ist, kann diese Eigenschaft an einer Buddhafigur auch weggelassen werden.

  1. Ohren

Jetzt ist auch klar, warum Buddha so langgezogene Ohren hat. Bevor er sich auf den Weg der Erleuchtung gemacht hat, lebte er wie ein Prinz im Hause seiner reichen Eltern. An den Ohren hatte er schweren Goldschmuck getragen.

  1. Körper in Balance

Nachdem Buddha herausfand, dass völlige Askese zu Mangelerscheinungen führt und diese wiederum der Erlösung im Weg stehen, hat er sich für eine gemäßigte Lebensweise entschieden. Sein Körper wird daher weder sehr dünn noch füllig dargestellt (außer in der chinesischen Variante des Happy Buddha). Vielmehr steht der Körper für einen Typus als für Buddha selbst.

  1. Kleidung: Buddhas Robe

Jeder hat das Bild eines Mönchs in den typischen Tüchern in kräftigem Orange vor sich. Buddhas Robe setzte sich aus 3 Tüchern zusammen: einem Hüfttuch, einer Schultertoga und einem über die Schulter geworfenen Mantel.

  1. Handgesten (Mudras)

Mudras erzählen ganze Geschichten. Sie erinnern uns an Stationen und Begebenheiten aus dem Leben Buddhas. Meist kennen wir sie auch aus der Yoga-Praxis, in der sie unserer inneren Haltung Ausdruck verleihen und unsere Energien lenken.
Jede symbolische Handgeste einer Buddhafigur hat eine Bedeutung. Namasté, die Begrüßungsgeste, ist wohl die bekannteste. Im Asiastyle-Sortiment finden sich weiters folgende Mudras: Gefäß, Rad der Lehre, Meditation und Erdberührung. Da wir sehr eng mit unseren indonesischen Manufakturen zusammenarbeiten, können wir die Handhaltungen auf Kundenwünsche abstimmen. 

Skizzen von Mudras

A
Begrüßung ‚Namasté‘


Die Hände auf Höhe des Herzens symbolisieren den gegenseitigen Respekt, die Aufmerksamkeit geht nach innen.

A
Ein Gefäß haltend


Die Hände umfassen ein Gefäß. Es steht für Buddha als Oberhaupt des Ordens der Bettelmönche. Das Gefäß symbolisiert das Entgegennehmende.

E
Meditation


Zeichen tiefer Meditation sind die in den Schoß gelegten Hände. Sie stehen auch für die Entdeckung des eigenen Potenzials und tiefer Weisheit.

F
Erdberührung


Die linke Hand im Schoß ruhend, die rechte die Erde berührend, steht für jenen Moment, als Buddha unter einem Bodhibaum eine Göttin um Hilfe bat, um einen Dämon abzuwehren, und schließlich Erleuchtung fand.

G
Rad der Lehre


Der Mittelfinger der einen Hand bildet mit dem Daumen und Zeigefinger der anderen Hand einen Kreis auf Höhe des Herzens. Die Geste steht für die Lehre, das Dharma-Rad, das sich stetig weiterbewegt.

H
Lehrgeste

Daumen und Zeigefinger formen das Rad der Lehre, während die anderen Finger der rechten Hand nach oben zeigen. Diese Geste steht für Diskussion und Erklärungen.

  1. Fußbekleidung

Barfuß zu gehen, war eine der Regeln für die Mönche. Die Darstellung Buddhas barfuß oder mit dem Rad der Lehre auf den Fußsohlen ist also typisch.

  1. Beinstellung oder Sitzhaltung

Buddhafiguren kennen wir sitzend, stehend oder liegend. In sitzender Position gibt es sogar zwei Variationen: den normalen Sitz, wenn der rechte über dem linken Oberschenkel ruht. Die andere Variante ist vielen wohl aus der Yoga-Praxis bekannt: der Lotussitz (Vajrasana), bei dem beide Unterschenkel verschränkt sind, die Fußsohlen nach oben schauen, die Knie den Boden berühren.

Sitzende Buddhas werden oft auf Lotusblüten dargestellt, wie auch manche unserer Buddhafiguren. LINK Warum? Weil es die Reinheit symbolisiert, die Lotusblüte, die aus dem schmutzigen Wasser (als Symbol der Dunkelheit) emporwächst.

Was hat ein chinesischer Buddha, das ein japanischer nicht hat?

Für den chinesischen Buddha ist das runde Gesicht typisch – und sein wohlgenährter Bauch, den er mit Freude vor sich herträgt. Kein Wunder, denn er steht für Fülle und Reichtum. Sein freundliches Lachen wirkt ansteckend. Gartendeko kann also definitiv glücklich machen. Und eben Glück bringen: All jenen, die über den Bauch des Happy Buddha, auch Glücksbuddha genannt, streicheln.  

Der japanische Buddha findet sich in seiner meditativen Haltung, nicht nur mit Blick auf seine Handgeste: die Hände liegen mit der Handfläche nach oben entspannt im Schoß. Die Steinfigur trägt charakteristisch keine Scheitelspitze. Nachempfunden ist er dem großen Buddha (Daibutsu). Die ursprünglichen Figuren zeichnen sich durch die Größe aus.

Der Jizo, der buddhistische Mönch aus der japanischen Tradition, gilt als Schutzgott der Kinder und ihrer Seelen. Es heißt, die ersten Mönche waren jene fünf Asketen, die Buddha verlassen hatten, als sich dieser vom Weg der extremen Askese abwandte. Die buddhistischen Mönche bewahren und verbreiten bis heute die Dharma-Lehre. In der Darstellung als Figur zeichnet sie sich durch die kindliche Darstellung und ein mildes Lächeln aus.

Detailverliebt – warum Asiastyle so ein großes Sortiment an authentischen Steinfiguren führt

Dahinter steckt Asiastyle-Gründer Armin Hohlt. 2001 hat er sich auf einer Bali-Reise nicht nur in Indonesien verliebt, sondern importiert seither Schönes und Außergewöhnliches für den Garten, die Terrasse oder Dekoratives für den Wohnbereich für Kunden in ganz Europa. Inzwischen beliefert Asiastyle alle 5 Kontinente.

Armins Affinität zu Formen von Gesichtern und Köpfen hat sich während der Studienzeit entwickelt. Die Haptik von Naturmaterialien wie Stein und das jahrhundertelang tradierte Wissen um die Handwerkskunst hat den Asiastyle-Gründer schon immer fasziniert. Das Wissen über die Bedeutung einzelner Buddha-Formen und anderer Götter hat er sich im Selbststudium angeeignet.

Seine Reisen, immer forschend neugierig unterwegs, führten ihn von Borobudur, der weltweit größten buddhistische Tempelanlage auf Java über die kambodschanische Tempelanlage und UNESCO-Weltkulturerbe Angkor Wat und das thailändische Kulturerbe Ayutthaya bis nach Südindien. Er kennt die Strömungen aus Thailand, Laos, Indien Indonesien und Vietnam ebenso gut wie die Darstellungen aus Kambodscha.

All das Wissen fließt bei der Auswahl der Gartenfiguren für Asiastyle mit ein und zeigt sich in dem qualitativ hochwertigen Sortiment an Buddhafiguren. Und weil Wissen verpflichtet, hat sich Armin Hohlt ein Netzwerk an lokalen Manufakturen auf der indonesischen Insel Java aufgebaut, das für die authentische Umsetzung der Figuren sorgt. Es sind meist Familienbetriebe, in denen das Wissen von einer Generation an die andere weitergegeben wird. Steinmetz Pak Agus z. B. ist unser Mann für Skulpturen im japanischen Stil und die Welt der Moai. Mardi hat begnadete Hände für Buddha-Köpfe, Buddha-Büsten und Buddha-Skulpturen in Groß. Unser Emji ist Experte für das Trockengussverfahren. Er, ein studierter Geschichtslehrer, fertigt seine Nachbildungen von Buddhas aus Stein den Originalen der legendären, indonesischen Tempelanlage Borobudur zum Verwechseln ähnlich an. Mit ihnen arbeiten wir vertrauensvoll seit Jahren zusammen und haben vor Ort auch ein 12-köpfiges Logistik- und Büroteam aufgebaut. In Indonesien spielt der soziale Aspekt der Zusammenarbeit eine große Rolle. Es zeugt von gegenseitiger Wertschätzung, dass einige MitarbeiterInnen Asiastyle schon mehr als 15 Jahre begleiten.

Bali-Garten-Oase & Asiakomplex im Osnabrücker Zoo – was es heißt, auf die Expertise von Asiastyle zu bauen

„Die handgefertigten Skulpturen stammen direkt von Bali, ggf. von Java oder Sumatra, sie wurden aus einem vollen Stein geschlagen und sind daher unvergleichliche Unikate. Die balinesischen Steinmetz-Meister sind in der Lage, unglaublich feine Einzelheiten zu erarbeiten (unser Museums-Buddha). Im Stein sind teils Rückstände anderer Gesteinsarten zu finden, was die Skulpturen nochmals einzigartig machen. Den billigen Figuren schenken wir keine Aufmerksamkeit, es fehlt ganz einfach der Bali-Charme und die Feinarbeit“, erzählt Stammkunde Heinz-Erwin Reinhold.

Asiastyle hat ihn und seine Frau Susanne bei der Realisierung ihres Traums unterstützt: eine Bali-Garten-Oase in Ahaus. Kennengelernt haben sie Armin bei einem Gartenevent und schätzen seine „offenherzige Art und die hilfsbereite Weise auch auf ungewöhnliche Kundenwünsche einzugehen“. Viele Male war das Ehepaar mit ihrem Gartenprojekt in der Zeitung und im Fernsehen. Über ihre Oase gibt es so viel zu erzählen und noch mehr Schönes zu zeigen, dass wir dem Thema einen eigenen Blogbeitrag gewidmet haben.

Apropos authentisch: Wir sind wahnsinnig stolz, dass der Osnabrücker Zoo sich bei Asiastyle gemeldet hat. Sie haben sich von Armin Hohlt beraten lassen, welche Buddhafiguren und Reliefs das Flair von Dschungel und asiatischen Tempelanlagen am besten erzeugen. Asiastyle hat die ausgewählten Kunstwerke dann direkt in Indonesien anfertigen lassen. Schon 2012 ist aus der engen Zusammenarbeit der Asiakomplex des Zoos entstanden – von der Beratung, über die Anfertigung nach Wunsch bis zum sicheren Transport und dem Aufstellen vor Ort. Eine Nachahmung der legendären Tempel von Angkor Wat in Miniatur. Im Besuchergang lassen sich die Wandreliefs von ganz nahe betrachten. Die Inspirationsquellen stammen aus dem 10. Jahrhundert und erzählen vom Leben Buddhas.

Die Asiastyle-Unternehmensgeschichte zum Nachlesen für alle, die mehr über Travel & Trade erfahren wollen.

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